Terra Preta Mulchgarten

Terra Preta Mulchgarten



Das ist der Terra Preta Mulchgarten:

Daniel Fischer und Misoo Kim starteten ihr Gartenprojekt 2011. Der Agrarwissenschaftler und die Öko-Journalistin legten einen Garten an, den sie mit selbst erzeugter Terra Preta, einer speziellen Schwarzerde mit hohem Humusanteil, fruchtbar machen wollten. Inzwischen ist aus dem kleinen Stück Erde ein wild wuchernder, essbarer Dschungelgarten geworden, den das Paar zur Selbstversorgung nutzt. Darin finden sich nicht nur einheimische Pflanzen sondern auch Arten, die Misoo aus ihrer Heimat Südkorea kennt. Im Terra Preta Mulchgarten finden regelmäßig Veranstaltungen und Besichtigungen statt in denen Daniel und Misoo ihren Garten und das Konzept des Terra-Preta-Mulchens mit der Öffentlichkeit teilen.


Fakten zum Projekt

Öffnungszeiten

Keine regulären Öffnungszeiten, Termin nur nach vorheriger Absprache

Gartenfakten

- 200 Quadratmeter Nutzfäche
- 10 Beete
- Saison: Saison fast ganzjährig aufgrund vielseitiger Fruchtfolgen und Mischkulturen

Drei Worte, die euren Garten beschreiben:

Fruchtbarer, produktiver Gartendschungel

Was habt ihr schon alles in eurem Garten erlebt?

Eigentlich bietet fast jeder Tag ein neues, interessantes Erlebnis und dies lässt sich eigentlich kaum in Worte fassen. Folgende Stichworte deuten aber an, was in etwa gemeint ist: Unterschiedliche Farben, Formen, Düfte und Blühaspekte zu den verschiedenen Jahreszeiten aufgrund der sehr hohen Diversität auf engstem Raum; Besuch zahlreicher Tierarten, die im Garten einen Lebensraum und Zufluchtsort vorfinden, wie z.B. Frösche, Kröten, Lurche, Insekten, Holzbienen, Igel, Vögel, diverse Schmetterlingsarten etc..
Die schönste Erfahrung insgesamt ist vielleicht, dass der Mensch nicht zwangsläufig ein Störenfried sein muss, sondern durch einen sorgsamen Umgang und durch Kooperation zum Schutz der Natur beitragen kann. In einem naturnahen Garten wird somit das Ideal von Harmonie zwischen Mensch und Natur ein Stück weit zur Realität.

Große Fläche oder kleine Ecke?

Wir würden sagen Fläche hoch 3. Denn trotz des geringen Platzangebots wird jeder Quadratzentimeter effizient genutzt, indem mehrere Ernten pro Flächeneinheit über den gesamten Jahresverlauf aufgrund der ausgeklügelten Fruchtfolgen möglich sind (zeitliche Dynamik), die Kulturen unterschiedliche Ebenen und vertikale Schichten bewachsen (räumliche Dynamik) und die Bodeneigenschaften trotz armer und sandiger Ausgangsbedingungen durch Terra Preta and Mulch nachhaltig verbessert wurden.

Schmuckgarten oder Nutzgarten?

In unserem Gartenprojekt soll stets das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden werden. Viele Pflanzen mit hohem Zierwert oder ästhetischem Charakter können zugleich Heil- oder Nahrungspflanzen, Bienenweide und Bodenverbesserer sein.

Pflanzen oder Ernten?

Ein guter Gärtner sollte stets beides tun, sich an den Früchten des Gartens erfreuen und durch eine sorgsame Bewirtschaftung den Garten stets begrünt halten.

Heckenschere oder Nagelschere?

Eher die Heckenschere, da der Garten durch die zunehmende Bodenfruchtbarkeit recht üppig wächst und gepflegt sein will. Die abgeschnittenen Pflanzen werden hierbei idealerweise für den Salat, den Gemüsewok oder als Suppenbeilage geerntet. Was zuviel ist, dient als Mulchmaterial und wird von den Regenwurm, Springschwänzen, Asseln und zahlreichen anderen Bodentieren als Schutz und Nahrungsgrundlage genutzt.

Kinder oder Erwachsene?

Sowohl Kinder als auch Erwachsene sind grundsätzlich willkommen.

Gießkanne oder Rasensprenger?

Gießkanne hat den eindeutigen Vorrang, da wir das Regenwasser regelmäßig sammeln, zwischenspeichern und effektiv nutzen. Ein Zukunftstraum wäre aber ein autarkes, solar betriebenes Bewässerungssystem perspektivisch zu errichten, so dass noch mehr Zeit zum Ernten und Genießen übrig bleibt.

Wasser, Feuer oder Luft?

Alle Naturelemente sind mit unserem urbanen Gartenprojekt eng verbunden: Ohne Wasser kein Leben; auch Pflanzen brauchen Luft (und ausreichend Platz) zum Atmen und mit der Kraft des Feuers stellen wir eigene hochwertige Pflanzenkohle aus organischen Abfällen her.

1 Euro oder 1000 Euro?

Das Projekt verfolgt ganz klar einen low-cost Ansatz. Da wir aber oftmals auch experimentell tätig sind, reicht jedoch 1 Euro aber bei weitem leider nicht aus.

Euer größtes Ziel?

Eine alternative Form der Landnutzung zu entwickeln, von der sich auch andere interessierte Menschen angesprochen fühlen, egal ob jung oder alt, Aussteiger oder reformbewegte Pragmatiker, Selbstversorger oder gemeinwohlorientiert Weltveränderer. In diesem Zusammenhang wäre unsere Vision, ein Zentrum für nachhaltige Landnutzungspraktiken zu entwickeln. Dazu reichen die 200 m² Gesamtfläche jedoch bei weitem nicht mehr aus.

Eure schwerste Hürde?

Einen Ort und geeignete Rahmenbedingungen zu finden, unter denen unser Ziel auf Dauer realisiert werden kann.

Was soll ein neues Mitglied mitbringen?

Im Moment nutzen wir den Garten noch nur privat, zwecks Selbstversorgung. In einem zukünftigen Zentrum würden aber gemeinschaftlich genutzte Strukturen zu Forschungs- und Bildungszwecken voraussichtlich an Bedeutung gewinnen.

Bilder und Impressionen aus dem Garten