Was wurde aus meiner Biosphäre?

Was wurde aus meiner Biosphäre?

Rückblick: September 2017

An einem schönen, frühherbstlichen Nachmittag hatten wir uns im HaSi-Garten getroffen um gemeinsam Biospären zu basteln. Jeder hatte eine Flasche oder ein anderes Glasgefäß – auch alte Glühbirnen mitgebracht und darin ein kleines, autakes Ökosystem zu kreieren.

Laut Anleitung sollten wir das Gefäß zunächst mit ein paar Kieseln und anschließend mit Erde befüllen. Zu Befüllung der Gefäße standen diverse Werkzeuge, wie Löffel, Pinzetten und Spatel bereit. Nach der friemeligen Arbeit einige Erdkrumen und Kiesel durch – in meinem Falle – einen engen Flaschenhals zu bugsieren machten wir uns auf dem weitläufigen Grundstück der HaSi auf die Suche nach geeigneten Pflanzen und Dekorelementen.

Ich entschied mich für ein mit bunter Flechte bewachsenes Stpck Totholz, ein Schneckenhaus, ein wenig Moos eine kleine Pflanze mit fleischigen Blättern und – mein persönliches Highlight – ich fand eine kleine Wilderdbeere. Mithilfe einer Pinzette fädelten wir die ausgewählten Pflanzen durch die Öffnunen unserer Gefäße und drückten anschließend die Wurzeln vorsichtig in der vorher eingefüllten Erde fest. In der Anleitung stand, dass man die Schritte des Einfüllens und bepflanzens möglichst sorgfältig verfolgen sollte sodass das Glasgefäß möglichst nicht an den Sichtseiten verschmutzt wird. Das ist mir leider nicht so gut gelungen. Sowohl der schmale Flaschenhals als auch meine Ungeduld sorgten dafür, dass schon bald die Seiten meiner Flasche mit kleinen Erdkrumen und Blattresten bedeckt waren.

Zum Schluss wurden noch die kleinen “Deko-Schätze” ins Arrangement eingefügt – wieder mit der Pinzette und anderen langstieligen Werkzeuge, die sich im HaSi-Gewächshaus so fanden.

Nun ging es noch daran das kleine Ökosystem mit Wasser zu versorgen. Dazu haben wir mithilfe einer Pipette mehrere Tropfen Wasser in das Gefäß gegeben. Damit das System von der Außenwelt abgeschlossen sein kann wurden die Gefäße im letzten Schritt mit Wachs verschlossen.



Wie ging es weiter?

Die Biosphären in der Flasche sollten nun mithilfe von Sonnenlicht vollkommen autak weiterleben können. Also trug ich meine Flasche vorsichtig nach Hause und platzierte sie in meiner Fensterbank. Zwischendurch diente mein Ökosystem sogar als Tischdeko. In dieser Zeit war es jedoch täglich mit Sonnenlicht versorgt. Zu Beginn schaute ich noch regelmäßig in meine kleine eigene Welt doch es schien sich nicht viel zu verändern in der kleinen Welt in der Flasche. Dann kam die Weihnachtsdeko und die Biosphäre wanderte auf eine Fensterbank hinter einen Vorhang, wo ich sie erst einmal vergaß. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich immer noch nicht viel in dem Glas verändert. Nur die Mini-Erdbeere war etwas welk geworden, wirkte aber noch lebendig.

Vor kurzem kam mir meine Biosphäre mal wieder in die Hände und nun hatte sich eine ganze Menge verändert: Das Glas war stark beschlagen und von den damals sorgfältig platzierten Pflanzen war nicht mehr viel zu sehen. An der Seite des Glases sind allerdings nun rötliche Wurzeln zu erkennen. Irgendwas scheint darin also doch noch zu leben.



Auswertung: Juli 2018

Das Experiment ist also zumindest in einer Hinsicht geglückt: Leben ist in der kleinen Flasche eindeutig möglich. Dennoch habe ich mir meine Biosphäre doch etwas schöner vorgestellt. Bei einer kurzen Internetrecherche bin ich auch mögliche Fehlerquellen gestoßen:

Reinige die Flasche gründlich mit kochendem Wasser.

Schütte sauberen Kies etwa 2 cm hoch in die Glasflasche. Der Kies verhindert, dass die Erde fault.

Um Keime und Schimmelbildung zu vermeiden, sollte man Steine und Erde vorher mit kochendem Wasser übergießen. (Quelle)

Keime abtöten? Leuchtet ein. Obwohl ich in meinem naiven Glauben hier für einen Lebensraum zu sorgen niemals daran gedacht hätte etwas “abzutöten”. Aber dass meine Erde nicht mehr so schön aussieht wie am Anfang muss ich zugeben. Außerdem habe ich eindeutig zu wenig Kies eingefüllt und abgekocht habe ich erst Recht nichts. In meiner Flasche lebt zwar etwas, aber ich habe wohl eher eine Oase für Schimmelpilze und vielleicht noch einige Flechten und Moose geschaffen. Zudem wirkt mein Biotop zu feucht. In der Anleitung steht, dass man das Gefäß nicht sofort entgültig verschließen darf, sondern die Wassermenge zuerst “einstellen” muss, damit das Biotop nicht zu feucht ist.

Achte in den ersten Tagen darauf, ob sich am Morgen Tautropfen an den Innenwänden der Flasche bilden. Die Flaschenwände sollten im Lauf des Tages trocknen. Ist das nicht der Fall, ist das Biotop zu nass. Öffne dann die Flasche nochmals, bis die Feuchtigkeit passt. Bildet sich kein Tau oder lassen die Pflanzen ihre Blätter hängen, gib vorsichtig noch etwas Wasser dazu. Vielleicht musst du diese Schritte öfter wiederholen, bis das Klima richtig eingestellt ist. (Quelle)

Die Anleitungen, die ich online gefunden habe, geben außerdem an, dass man darauf achten soll, dass die Pflanzen frei von Parasiten sind, wenn man sie für ein Flaschen-Ökosystem verwenden möchte – wahrscheinlich hätte ich das Stöckchen Totholz also auch besser weglassen sollen.


Neuer Versuch?

Zugegeben, jetzt hat mich natürlich der Ehrgeiz gepackt: Nach dieser kleinen Recherche habe ich wieder Lust bekommen eine Biosphäre anzulegen. Vielleicht baue ich bald mal meinen “Flaschengarten 2.0”. Wenn ihr auch Lust bekommen habt: Hier habe ich mal die Anleitung verlinkt, die ich am hilfreichsten fand.

Was ist eigentlich aus euren Biosphären aus dem Septeber im HaSi-Garten geworden? Ist noch Leben darin zu erkennen? Und wenn ihr damals nicht dabei wart: Habt ihr schon Erfahrungen mit Ökosystemen im Glas? Ich bin jedenfalls gespannt auf eure Berichte und Tipps 😉


 

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