HaSi in Gefahr

HaSi in Gefahr

Auf einem verlassenen Grundstück in der Hafenstraße fand das soziokulturelle Projekt HaSi (HAfenstaße SIeben) einen Ort, an dem Menschen verschiedenster Herkunft sich treffen und ihre Projekte mit anderen zu teilen. Die ehemalige Gasanstalt bietet seit 2016 Raum für kulturelles, soziales, kreatives, politisches und sportliches Engagement. Unter anderem ist auch der Florapolis-Garten “HaSi – Garten für Alle” dort angesiedelt. Seit 2017 befindet sich die HaSi jedoch im Streit mit den Grundstücksbesitzern – der Halleschen Wohnungsgesellschaft. Seit dem wird die Frage “Wem steht die Hafenstraße 7 zu?” in diversen Halleschen Gremien diskutiert. Viele Vereine und Gemeinschaften haben Solidarität mit der HaSi bekundet. Trotzdem besteht seit 2017 stets die Gefahr, dass das Grundstück geräumt werden muss.


Seit nunmehr über 19 Monaten wird die ehemalige Gasanstalt in der Hafenstraße 7 von sehr vielen Menschen unterschiedlichen Alters, Herkunft, Religion und Geschlechts von einer ungenutzten Ruine zu einem soziokulturellem Zentrum umgestaltet. In dem Haus und auf dem Gelände finden inzwischen zahlreiche kulturelle, sportliche, politische und gärtnerische Aktivitäten statt. Die Menschen die dort aktiv sind, setzen sich für eine vielfältige, kritische, gleichberechtigte und emanzipierte Gesellschaft ein und stellen sich gegen jede Form von sexistischer, antisemitischer, rassistischer, LGBT-phober oder sonstiger Diskriminierung. Somit ist die HASI eines der wichtigsten und wenigen selbstverwalteten soziokulturellen Zentren in Halle.

Durch ein drohendes Ende des Nutzungsvertrags mit der HWG, ist das Projekt akut vom Aus bedroht. Einzelne Anwohner*innen und ein Lokaljournalist machen Stimmung gegen die „Hasi“ und möchten das Bild einer ablehnenden Haltung der Stadtgesellschaft zeichnen. Die Geschäftsführung der HWG zeigt sich von diesem öffentlichen Bild nicht unbeeindruckt und sieht sich, vor dem Hintergrund dieser imaginierten Stimmung, nicht in der Lage über eine Vertragsverlängerung zu verhandeln. Tatsache ist jedoch, dass die HASI jede Woche von zahlreichen Hallenser*innen genutzt und mitgestaltet wird.

Auszug aus dem Offenenen Brief der HASI-Unterstützer an den Aufsichtrat der Halleschen Wohnungsgesellschaft


Doch wie kam es eigentlich zu einer derartigen Zuspitzung der Ereignisse?

Ursprünglich hatten HWG und Capuze e.V. (der Verein, der hinter dem Projekt HaSi steht) einen einvernehmlichen Nutzungsvertrag ausgehandelt. Der lief aber zum Jahreswechsel (2017/18) aus und wurde nicht verlängert. Da das soziokulturelle Zentrum trotz fehlendem Nutzungsrecht das Grundstück nicht geräumt hat, gilt das Haus seit dem als “besetzt”. Eine vollständige Übersicht der Ereignisse ab 2017 gibt es hier.

Seit dem Auslauf des Vertrages und trotz der Bemühungen von Capuze e.V. das Grundstück zum Verkehrswert zu übernehmen konnte seit dem kein Konsens gefunden werden. Seit März 2018 liegt nun eine Räumungsklage vor, die im Juni vom Amtsgericht Halle verhandelt wurde und an das Landesgericht Sachsen-Anhalt weitergegeben wurde. Als Grund für die Entscheidung, dass HaSi die ehemalige Gasanstalt verlassen soll, wird die “Gefahr der Bildung einer linksextremistischen Keimzelle” genannt. Die Projektanhänger vermuten jedoch finanzielle Gründe für die Räumungsklage.

Hier ist noch ein Interview zu dem Thema, welches bei Radio Corax gesendet wurde und hier ein Statement von der Landesregierung Sachsen-Anhalt.


Ganz egal, welche Beweggründe hinter der Klage stehen: Die HaSi und damit ein Freiraum zur Gestaltung der Stadt ist in Gefahr. Jetzt gilt es den Verdacht für Linksextremismus zu zerstreuen und die Stadt und das Land zum Beispiel mit Solidaritätsbekundungen und friedlichen Demonstrationen vom Wert solcher Räume zu überzeugen, damit soziokulturelle Projekte, wie der HaSi-Garten, die Hafenstraße 7 weiterhin ihr Zuhause nennen können.


 

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